Grundlagen der Sozialen Marktwirtschaft im Fokus der politischen Nachwuchsförderung
Erfurt, 21. März 2026 – Im Rahmen der Kaderschulung der Politischen Akademie Thüringen fand am 21. März 2026 ein Seminar zum Thema „Grundlagen der Sozialen Marktwirtschaft“ statt. Auf Einladung von Dr. Roland Hartwig referierte Christopher Kofner, Geschäftsführer und Ökonom des Instituts für konservative Wirtschaftspolitik (IKW), vor rund 30 Teilnehmern – überwiegend junge Nachwuchskader der AfD Thüringen.
Im Mittelpunkt stand die systematische Herleitung der Sozialen Marktwirtschaft aus ihren historischen und theoretischen Wurzeln. Die ordoliberalen Ansätze der Freiburger Schule sowie die Beiträge von Alfred Müller-Armack, Walter Eucken, Wilhelm Röpke, Alexander Rüstow und Ludwig Erhard bilden die Grundlage einer Wirtschaftsordnung, die Wettbewerb als zentrales Steuerungsinstrument mit einem klar definierten staatlichen Ordnungsrahmen verbindet . Entscheidend bleibt die Trennung zwischen Ordnungspolitik – also der Setzung stabiler Regeln – und Prozesspolitik, die punktuelle Eingriffe in Marktprozesse umfasst.
Zentrale Prinzipien wurden konkret herausgearbeitet: funktionsfähiger Wettbewerb, Haftung und Eigentum, stabile Währung, offene Märkte sowie die Begrenzung von Marktmacht. Ergänzend sichern regulierende Prinzipien wie Sozialpolitik, Korrektur externer Effekte und Einkommenspolitik den sozialen Ausgleich, ohne die Funktionsfähigkeit des Marktes zu untergraben .
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf aktuellen wirtschaftspolitischen Konfliktfeldern. Diskutiert wurden die Ausweitung staatlicher Subventionen und industriepolitischer Eingriffe, die zunehmende Regulierung auf dem Arbeitsmarkt sowie die Entwicklung der sozialen Sicherungssysteme. Die Analyse zeigte Spannungen zwischen marktwirtschaftlichen Prinzipien und politischer Praxis, etwa bei Mindestlohnpolitik, Transferleistungen und staatlichen Eingriffen in Preisbildungsmechanismen .
Im internationalen Kontext standen Fragen der Außenwirtschaft und europäischen Integration im Fokus. Die starke Exportorientierung der deutschen Wirtschaft sowie Zielkonflikte zwischen Freihandel und strategischer Kontrolle wurden anhand aktueller Entwicklungen eingeordnet. Zusätzlich wurden strukturelle Herausforderungen wie Digitalisierung, Plattformökonomie und Energiepolitik behandelt.
Ein praxisorientierter Teil widmete sich der Umsetzung wirtschaftspolitischer Handlungsspielräume auf Landesebene. Themen wie Bürokratieabbau, Fachkräftemangel, Infrastruktur sowie Forschungs- und Innovationspolitik wurden als zentrale Hebel für Thüringen identifiziert. Die Diskussion konzentrierte sich darauf, wie ordnungspolitische Prinzipien unter realen politischen Bedingungen konkret angewendet werden können.
Die Veranstaltung verband theoretische Grundlagen mit aktuellen politischen Fragestellungen und praktischen Anwendungen. Die intensive Diskussion und hohe Beteiligung verdeutlichen das ausgeprägte Interesse der Nachwuchskader der AfD Thüringen an fundierter wirtschaftspolitischer Analyse und strategischer Programmarbeit.



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