Kulturpatriotismus: Eine Klarstellung

_ Jurij Kofner, Mitglied der Alternative für Deutschland. Heimatkurier, München – Wien, 19. Mai 2022.

„Alle deutschen Patrioten seien herzlich willkommen!“, – dieser Tweet hat für einige Missverständnisse gesorgt, und ich bin dem Heimatkurier dankbar sie hier adressieren zu dürfen. Dabei handelt sich weder um eine Entschuldigung noch Rechtfertigung, sondern um eine Ausführung meiner Argumentation, die ich als Privatperson und einfaches AfD-Mitglied vertrete, und die aber auch von vielen Parteimitgliedern in Ost- und Westdeutschland mitbefürwortet wird.

Bild als Einladung an Zuwanderer

Das gewählte Bild in Verbindung mit der sehr verkürzten Aussage (Twitter erlaubt ja nur 140 Zeichen) verursachte wohl das größte Missverständnis. Also, zur ersten Klarstellung: Natürlich stellt das Bild keine „schwarze Königin“ aus der deutschen Geschichte dar, denn so etwas gibt es nicht. Geschichtsfälschungen, sei es im Stil woker BBC-Serien oder pseudowissenschaftlicher Universitätshypothesen, wie dem Konzept der „Black Athena“, lehne ich klar ab.

Dieses Bild habe ich bewusst gewählt, da es eine Hommage an die schwarze Germania aus Rammsteins identitätsreflektierendem Musikvideo „Deutschland“ darstellt. Es soll eine Einladung an diejenigen in Deutschland lebenden Zuwanderer abbilden, die von ganzem Herzen bereit sind, sich mit unserer historisch gewachsenen deutschen Kultur- und Schicksalsgemeinschaft zu identifizieren. Dabei hätte ich genauso gut die sehr traditionellen Darstellungen des Heiligen Mauritius aus dem deutschen Spätmittelalter verwenden können.

Abb. 1. Hl. Mauritius, Hallesches Heiltumsbuch, Aschaffenburg, 1526-27 (Bildzitat).

Unterscheidung zwischen “Deutscher” und “deutscher Patriot”

Zweitens unterscheide ich klar zwischen „einem Deutschen“ und „einem deutschen Patrioten“. Bedauerlicherweise ist genau diese Differenzierung vielen nicht aufgefallen. Natürlich kann nicht jeder ein weißer Deutscher im engeren ethnischen Sinne sein (das ist eine Feststellung, keine Wertung). Aber rein theoretisch sollte jedem legal Eingewanderten die Möglichkeit gegeben werden, ein deutscher Patriot zu werden, also einen Beitrag zu unserer gemeinsamen Sache zu leisten und erst dadurch auch berechtigt zu sein, Mitglied unserer erweiterten Solidargemeinschaft zu werden.

Der Tweet skizziert grob, aber anspruchsvoll, was es erfordert, ein deutscher Patriot zu sein: unseren Wohlstand zu mehren, einen Nettobeitrag zu unserem Sozialsystem zu leisten, unsere Gesetze zu achten, unsere Geschichte zu verstehen, unsere Sprache zu sprechen, unsere Kultur zu leben, das traditionelle Familienmodell zu unterstützen, und bereit sein, unsere Heimat im Notfall zu verteidigen.

Das Konzept des “Kulturpatriotismus”

Das Statement ist somit eine Aufforderung an die AfD, sich dem Konzept des „Kulturpatriotismus“ zu öffnen.

Hier handelt es eben nicht um „Multikulti von rechts“ oder um civnat „Standortpatriotismus“. Denn die Kernpräposition ist natürlich nicht die Akzeptanz von Parallelgesellschaften oder der einfache Besitz des deutschen Passes, sondern, es ist, im Gegenteil, das Bekenntnis zu „Unikulti von rechts“: der Wille die traditionell gewachsene deutsche Leitkultur und Werte zu leben.

Es ist auch keine Anbiederung an CDU/CSU und FDP oder ein Versuch von den Mainstream-Medien akzeptiert zu werden. Denn es ist doch klar, dass für diese Kreise, bis auf eine sehr kleine Minderheit, der kultur-patriotische Ansatz bereits genauso rechts und damit verpönt ist, als der rein ethnokulturelle Ansatz.

Gleichzeitig will ich nicht leugnen, dass mit diesem Konzept für die AfD eine gewisse image- und wahltechnische Räson mitschwingt. Allerdings glaube ich vor allem aus tiefer moralisch-christlicher Überzeugung daran.

Gegen Masseneinwanderung, Islamisierung und Entfremdung

Drittens bin ich natürlich gegen Masseneinwanderung, illegale Einwanderung, Islamisierung und Entfremdung. Und genau die Umsetzung des vorgeschlagenen Kultpat-Ansatzes in der Migrations- und Sozialpolitik würde de facto bedeuten, etwas zwischen dem kanadischen, dänischen und japanischen Einwanderungsmodell einzuführen:

– Auch nach offiziellen Kriterien haben mehr als 60 Prozent der in Deutschland lebenden Asylbewerber aus der MENA-Region kein Bleiberecht und müssten abgeschoben werden.

– Von den übrigen legalen Asylbewerbern und legalen Wirtschaftsmigranten würde nur die Hälfte die o.g. Kultpat-Voraussetzungen formell erfüllen, um in Deutschland leben zu dürfen: Eine aktuelle Umfrage der Jungen Freiheit zeigt, dass nur 53 Prozent der Bürger mit Migrationshintergrund akzeptieren, dass „Einwanderer sich in ihrem Verhalten an die hier geltenden Traditionen und Lebensweisen anpassen müssen“. Darüber hinaus zeigen Studien zu Schweden und Dänemark, dass nur Einwanderer aus westlichen (und wahrscheinlich auch einigen ostasiatischen) Ländern einen fiskalischen Nettobeitrag zum Sozialsystem leisten. Erstaunlicherweise sind das auch rund 53 Prozent (11 Millionen Menschen) der Bevölkerung mit Migrationshintergrund in Deutschland.

Abb 2. Hinte H. (2014). What determines the net fiscal effects of migration? IZA.

– Gleichzeitig gibt das Konzept des Kulturpatriotismus den verbleibenden 11 Mio. Menschen wie gesagt die Möglichkeit, „deutsche Patrioten“ zu werden und sie für unsere Sache zu gewinnen, wenn sie wirklich bereit und in der Lage sind, die oben genannten Kriterien zu erfüllen. Und das sind sicherlich weniger als 11 Mio. Menschen bzw. weniger als diese 53 Prozent der Zuwanderer.

Wohlergehen der autochthonen Deutschen

Viertens zielt der kulturpatriotische Ansatz natürlich auch darauf ab, das Wohlergehen der 60 Millionen autochthonen Deutschen zu wahren und zu mehren. Und genau die einladende Bejahung der deutschen (Leit-)Kultur, Tradition, Werte und Geschichte in der Bildung der Gesellschaft ist die Grundvoraussetzung dafür.

Empirische Untersuchungen zeigen deutlich, dass gesellschaftliche Werte der Hauptentscheider für die Geburtenrate sind und ökonomische Anreize nur eine unterstützende Rolle spielen können. Natürlich brauchen wir eine familienfreundliche Sozialpolitik, natürlich brauchen wir eine attraktive Standortpolitik, um vorrangig die ca. 225.000 Deutschen, die jedes Jahr unser Land verlassen, wieder zurückzugewinnen. Aber patriotische Bildung und Selbstbewusstsein sind die Grundlage hierfür.

Ist der Stopp aller illegalen Einwanderung, die faktische Halbierung der legalen Einwanderung, die Bejahung der deutschen Leitkultur und die Gewinnung einer bestimmten Anzahl von Mitstreitern, die einen Nettonutzen für unsere Wirtschaft bringen und unsere Leitkultur annehmen, Konsens genug zwischen Freipat/Kultpat und Solpat? Hoffentlich.

Quelle: Heimatkurrier.

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